Dromos Verlag

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Bärfurt am Main – von Uschi Welz


Bilder und Geschichten aus der wunderlichen Welt der Frankfurter Teddybären

Mitten unter uns, jedoch unsichtbar in einem parallelen Universum, existiert eine Welt von Teddybären.
In ihrem Bärfurt am Main erkennen wir wie durch einen magischen Schleier unser Frankfurt am Main – auch dort spielt eine EINTRACHT Fußball, es gibt drei Tageszeitungen, man besucht das Städel, am Wäldchestag ziehen die Bärenfamilien in den Stadtwald, im Römer geben sich die Paare das Ja-Wort fürs Leben, man trinkt Ebelwoi aus dem Gerippte, genießt Grüne Soße – aber da fällt us auf: die Bärfurter Grié Soß besteht aus acht statt sieben Kräutern, es kommt noch Bärlauch hinzu.
Wir schlendern im feuchten Herbst über das Kopfsteinpflaster der krummen Gassen, überragt von Giebelhäusern mit künstlerisch gestalteten Fassaden und Türen – ja es ist unser Frankfurt, ein Ort der Erzählungen und verblichenen Bilder, mit altfränkischem Charme, entrückt in eine Epoche, in der die Vornehmen noch in Kutschen fuhren, und mit Gasthöfen, in denen die Fremden über steile Stiegen in ihre winzigen Zimmer gelangten.

Und doch ist dieses Bärfurt am Main auch zeitlos: Wirtschaftlicher Mitelpunkt ist die moderne Gummibärchen-Fabrik, die ihre Produkte in der ganzen Welt verkauft – von China bis Vatikanstadt…

ISBN : 978-3-940655-06-6

Die Straße der verlorenen Träume – von Laura Kanert


Die Strasse der verlorenen Träume ist die Dokumentation einer verlorenen Kindheit. Ein Mädchen wächst behütet auf einem Gutshof in Ostpreußen auf, bis die Furie des Krieges dem kleinen Glück ein jähes Ende setzt. Das nationalsozialistische Regime hat durch strengen Befehl das Verlassen der Heimat lange verhindert. Es ist zu spät für eine geordnete Flucht, die Menschen geraten in die Fänge eines Feindes, der kein Erbarmen kennt. Das Mädchen wird Zeuge von unfaßlichen Greueltaten, erlebt brutale Gewalt am eigenen Leibe, bis schließlich unter chaotischen Umständen die Flucht gelingt. Es wird eine Odysee des Hungers und der Kälte, knapp überlebt das Mädchen mit Mutter und kleiner Schwester den Feuersturm in Dresden. In einer Kleinstadt in Thüringen versuchen sie, sich einzugewöhnen. Das Elend nimmt kein Ende, als die Stadt von russischem Militär besetzt und die Mutter zeitweise verschleppt wird. Als Ostflüchtling fühlt sich das Mädchen in der Schule und von den Spielkameraden ausgegrenzt.

Ihre Geschichte erzählt Laura Kanert in zeitlich aufeinanderfolgenden Episoden, beginnend mit den Erinnerungen an eine unbeschwerte Kindheit. Die Schreckenszeit wird in einer intensiven und doch sensiblen Sprache geschildert, deren Nähe den Leser betrofen macht. Am Ende unternimmt die Autorin den Versuch, ihr geliebtes Ostpreußen wiederzufinden. Was ihr begegnet, sind Kulisen, in denen fremde Menschen wohnen. Ihre Sprache, voller Trauer und Sehnsucht, ist ohne Haß.

Als Goethe schlief… da flüsterte ich ihm meinen FAUST ins Ohr

Ein Student aus Jena, der die Ferien bei seiner Tante in Frankfurt am Main verbrachte, hatte sich an einem Drama versucht, das ihm ‘zu einem FAUST’ geriet, wie er sagt. Kein tiefsinniges Werk, nur ein Fastnachtsspiel. Der Zufall wollte es, daß in die Kutsche, die ihn nach Thüringen bringen sollte, am Großen Hirschgraben seine Exzellenz, der Geheimrat Johann Wolfgang von Goethe zustieg. Der Dichterfürst stellt dem Studenten ein paar Fragen, nickt dann ein und schnarcht. Gerne hätte der junge Mann Goethen von seinem FAUST erzählt, es gebrach ihm freilich an Mut. Als Goethe eingeschlafen war, nahm er jedoch die Gelegenheit war, sich neben ihn zu setzen und ihm seinen FAUST, das Fastnachtsspiel, ins Ohr zu flüstern. Für die Exzellenz wurde es ein Albtraum…
Dieser Episode folgt im Buch das Fastnachtsspiel mit bekannten Figuren aus dem echten FAUST. Die Geschichte läuft freilich ein wenig anders als bei Goethe – amüsant zwar, jedoch der historische Hintergrund ist der erwachende Humanismus als Widerpart der Heiligen Inquisition.